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Everybody’s Darling ist Everybody’s Depp

  • hscharf16
  • 26. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Viele Hotels und Gastronomiebetriebe haben intern einen Gedanken, den kaum jemand offen ausspricht: „Eigentlich passt dieser Gast gar nicht zu uns.“ Stattdessen wird oft versucht, wirklich jeden mitzunehmen. Jede Anfrage, jede Gruppe, jede Erwartung. Hauptsache Umsatz.


Das Problem ist nur: Nicht jeder Umsatz ist guter Umsatz.

Wenn ein ruhiges Boutiquehotel gleichzeitig Partygruppen, Familien, Tagungen und Geschäftsreisende glücklich machen will, entsteht oft genau das Gegenteil von dem, was Gäste suchen: Atmosphäre. Dasselbe sieht man in der Gastronomie. Da möchte ein Restaurant gleichzeitig Fine Dining, Sportsbar, Eventlocation und günstiges Familienrestaurant sein. Klingt erstmal nach maximaler Zielgruppe. In der Realität endet es häufig in maximaler Beliebigkeit.


Und irgendwann merkt man, was passiert. Die Mitarbeiter sind gestresst, weil völlig unterschiedliche Erwartungen aufeinanderprallen. Stammgäste kommen seltener, weil sich das Publikum verändert hat. Die Bewertungen werden widersprüchlich. Die einen schreiben „zu laut“, die anderen „zu langweilig“. Manche finden es zu teuer, andere wundern sich, warum das Niveau sinkt.


Denn die Wahrheit ist: Es gibt kein Hotel und kein Restaurant auf dieser Welt, das zu jedem Menschen passt. Wie auch? Menschen haben unterschiedliche Budgets, Erwartungen, Charaktere und Lebensstile. Ein Geschäftsreisender sucht Ruhe. Eine Fußballgruppe möchte feiern. Eine Familie hat andere Bedürfnisse als ein Paar auf romantischem Kurztrip. Und das ist völlig normal.


Trotzdem haben viele Betriebe Angst, sich klar zu positionieren. Weil man niemanden verlieren möchte. Oder weil man glaubt, Gastfreundschaft bedeutet, es jedem recht zu machen.

Aber genau das ist oft der Denkfehler.

Eine klare Positionierung ist keine Arroganz. Ein veganes Restaurant beleidigt keine Steakliebhaber. Ein Adults-Only-Hotel hasst keine Familien. Es geht nicht darum, Menschen abzuwerten. Es geht um Passung.


Die stärksten Konzepte versuchen nicht, jedem zu gefallen. Sie schaffen ein Erlebnis für die Menschen, die wirklich zu ihnen passen. Genau dadurch entstehen oft loyalere Stammgäste, entspanntere Mitarbeiter, bessere Bewertungen und eine stärkere Marke.

Manchmal ist ein Hotel mit 75 % Auslastung und den richtigen Gästen gesünder als ein volles Haus mit permanentem Stress.


Vielleicht sollten sich manche Betriebe deshalb weniger fragen: „Wie bekommen wir noch mehr Gäste?“

Sondern eher:

„Welche Gäste passen eigentlich wirklich zu uns?“

 
 
 

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