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Hotelbuchung direkt bei Google: Was UCP für Hotels verändern könnte

Helmut Scharfenort
25. Sept.
2 Min. Lesezeit


Ein Gast sucht ein Hotel für Dienstagabend: nah am Bahnhof, mit Frühstück und WLAN. Er findet ein passendes Zimmer bei Google, klickt auf „Buchen“ und ist fertig. Die Hotelwebsite hat er dabei nie besucht. Was wie ein kleiner Schritt für den Gast klingt, könnte für Hotels den Vertrieb verändern.

Was steckt hinter UCP?

UCP steht für Universal Commerce Protocol. Der technische Standard soll Buchungen direkt aus Suchdiensten und Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) ermöglichen. Vereinfacht gesagt: Statt von Google auf die Hotelwebsite zu wechseln, könnte der Gast sein Zimmer in der Google-Umgebung auswählen und buchen. Die Reservierung wird an die angebundenen Systeme übermittelt.

Google hat UCP für Hotels vorgestellt und angekündigt, die Buchungsfunktion in seine KI-Suche einzubinden. Wie schnell und in welchem Umfang Hotels und Gäste sie nutzen können, ist derzeit offen.

Eine Buchung mehr – oder nur anders gebucht?

Der kürzere Weg kann für Gäste bequem sein. Für Hotels ist aber eine andere Frage entscheidend: Entstehen zusätzliche Buchungen?

Ein Rechenbeispiel: Ein Hotel erhält bislang 500 Buchungen über seine Website. Später kommen 100 über Google hinzu, während die Website nur noch 410 liefert. Dann stehen unter dem Strich 510 statt 500 Buchungen. Die 100 Google-Buchungen wären also keineswegs 100 neue Gäste.

Dazu kommen die Kosten des Buchungswegs. Eine einfache Buchung ist für das Hotel nur dann ein Gewinn, wenn nach allen Kosten genug übrigbleibt.

Geschäftsreise und Familienurlaub

Wer für eine Geschäftsreise Ort, Datum und Preis kennt, möchte oft schnell buchen. Für solche Anfragen könnte UCP besonders gut passen.

Bei einem Familienurlaub sieht es anders aus. Wie groß ist das Zimmer wirklich? Gibt es einen Pool, ein passendes Frühstück und etwas für Kinder in der Umgebung? Viele Gäste möchten Fotos ansehen, Details lesen oder eine Frage stellen. Hier hat die Hotelwebsite weiterhin eine wichtige Aufgabe: Sie zeigt, wie sich ein Aufenthalt anfühlen könnte.

Allerdings könnte auch eine KI künftig mehr dieser Fragen beantworten. Das funktioniert nur, wenn Angaben zu Zimmern, Angeboten und Leistungen stimmen und aktuell sind. Eine falsche Auskunft zum Familienzimmer ist spätestens beim Check-in keine Kleinigkeit mehr.

Was sollten Hotels jetzt tun?

  1. Buchungswege vergleichen: Wie entwickeln sich Website, Google und andere Kanäle insgesamt?

  2. Kosten prüfen: Was bleibt pro Buchung nach Gebühren und Vertriebskosten übrig?

  3. Gäste verstehen: Kommen neue Gäste hinzu, und wo buchen sie beim nächsten Besuch?

  4. Informationen pflegen: Stimmen Preise, Verfügbarkeiten, Ausstattung und Hotelbeschreibung auf allen wichtigen Kanälen?

  5. Website aus Gästesicht prüfen: Findet ein Mensch dort die Antworten, die für seine Entscheidung zählen?

Welche Fragen Ihrer Gäste beantwortet Ihre Website heute besser als eine KI?

Wenn Sie herausfinden möchten, wo KI Ihr Unternehmen sinnvoll unterstützen kann, vereinbaren Sie ein unverbindliches Gespräch mit mir.

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