Ich lieferte bessere Arbeit und fühlte mich unehrlich.

„Danke, die Auswertung ist wirklich hilfreich.“
Eigentlich ein schöner Moment. Ich hatte Zahlen aufbereitet, Zusammenhänge herausgearbeitet und die Ergebnisse verständlich zusammengefasst. Doch statt mich über das Lob zu freuen, wurde mir unbehaglich.
Denn ich hatte dabei Künstliche Intelligenz genutzt.
Warum mir das Lob unangenehm war
Die KI hatte mir geholfen, die Daten auszuwerten und die Ergebnisse zu strukturieren. Ich hatte die Angaben geprüft, Zusammenhänge eingeordnet und die Auswertung überarbeitet.
Trotzdem meldete sich beim Lob eine Stimme in meinem Kopf: „Wenn die wüssten, dass dir KI geholfen hat.“
Niemand hatte mir einen Vorwurf gemacht. Das schlechte Gewissen brachte ich selbst mit. Ich hatte das Gefühl, Anerkennung für etwas zu bekommen, das mir nicht vollständig zustand.
Dabei hatte ich meinem Arbeitgeber eine hilfreiche Auswertung geliefert. Warum fühlte sich das trotzdem ein bisschen wie Schummeln an?
Muss gute Arbeit mühsam sein?
Vielleicht steckte dahinter die Vorstellung, dass eine Leistung nur dann etwas wert ist, wenn sie viel Zeit und Mühe kostet.
Aber würde ich eine Berechnung von Hand durchführen, obwohl mir eine Tabellenkalkulation die Arbeit erleichtert? Wohl kaum. Bei KI fühlte sich die Unterstützung für mich zunächst anders an. Sie half schließlich auch beim Analysieren und Formulieren.
Heute frage ich mich eher: Ist das Ergebnis richtig, verständlich und für die Aufgabe brauchbar? Und habe ich es ausreichend geprüft?
Mein Anteil bleibt wichtig
Eine KI liefert nicht automatisch eine verlässliche Auswertung. Sie kann Zusammenhänge übersehen, Zahlen falsch zuordnen oder Schlussfolgerungen ziehen, die durch die Daten nicht gedeckt sind.
Deshalb gehört zur Arbeit mehr, als eine Datei hochzuladen und auf ein Ergebnis zu warten.
Was möchte ich herausfinden? Sind die Daten dafür geeignet? Ist eine Auffälligkeit tatsächlich bedeutsam? Und was lässt sich daraus für den Betrieb ableiten?
KI kann dabei unterstützen. Fachwissen, Rückfragen und sorgfältiges Prüfen bleiben nötig. Auch Einsteiger können davon profitieren, sollten ihre Grenzen aber kennen.
Offenheit nimmt den Druck
Ich muss Unterstützung nicht verschweigen, um meine Leistung zu verteidigen. Ich kann sachlich sagen:
„Ich habe KI für die Auswertung genutzt. Die Ergebnisse habe ich geprüft, eingeordnet und auf unsere Fragestellung abgestimmt.“
Das beschreibt meinen Beitrag, ohne die Hilfe kleinzureden.
Damit solche Offenheit im Unternehmen möglich ist, braucht es klare Regeln und einen Umgang, bei dem Mitarbeitende Fragen stellen dürfen.
Vier Schritte für einen guten Umgang
Nutzung klären: Welche KI-Werkzeuge und Daten sind im Unternehmen freigegeben?
Aufgabe eingrenzen: Was soll die Auswertung beantworten?
Ergebnisse kontrollieren: Stimmen Zahlen, Vergleiche und Schlussfolgerungen?
Unterstützung benennen: Erklären Sie bei Bedarf, wobei KI geholfen und was Sie selbst geprüft haben.
Heute möchte ich Lob annehmen können, auch wenn KI beteiligt war. Ich habe ein Werkzeug eingesetzt, um eine Aufgabe gut zu erledigen. Entscheidend ist, dass ich das Ergebnis verstehe und dafür Verantwortung übernehme.
Kennen Sie dieses unangenehme Gefühl, wenn Sie für eine Arbeit gelobt werden, bei der KI geholfen hat?
Wenn Sie herausfinden möchten, wo KI Ihr Unternehmen sinnvoll unterstützen kann, vereinbaren Sie ein unverbindliches Gespräch mit mir.



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