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Wenn Mitarbeitende fürchten, sich selbst abzuschaffen

Helmut Scharfenort
2. Okt.
2 Min. Lesezeit

KI soll entlasten. Doch Mitarbeitende fragen sich möglicherweise: Werde ich dadurch überflüssig? Warum erfolgreiche KI-Einführung neben Schulungen auch ehrliche Gespräche, klare Ziele und gute Führung braucht.


„Du musst mehr mit Künstlicher Intelligenz arbeiten!“, sagt der Chef.

„Dann braucht ihr mich bald nicht mehr“, denkt der Mitarbeiter.

Ausgesprochen wird häufig nur der erste Satz. Doch der zweite kann darüber entscheiden, ob KI im Unternehmen tatsächlich genutzt wird.

Schneller werden. Und dann?

Die Geschäftsleitung möchte Abläufe verbessern. Mitarbeitende sollen weniger Zeit mit Routine verbringen. Klingt vernünftig.

Doch wer seine Arbeit schneller erledigt, fragt sich möglicherweise: Was passiert mit der gewonnenen Zeit? Bekomme ich andere Aufgaben? Steigen einfach die Erwartungen? Oder wird irgendwann meine Stelle eingespart?

Dieselbe Technik kann für die einen Entlastung und für die anderen eine Bedrohung bedeuten.

Angst lässt sich nicht wegschulen

Wenn die Nutzung stockt, liegt die Erklärung schnell bereit: Dem Team fehlt die Kompetenz. Also gibt es noch einen Workshop.

Schulungen sind wichtig. Aber sie beantworten keine Frage nach der eigenen beruflichen Zukunft. Wer befürchtet, sich selbst überflüssig zu machen, wird neue Möglichkeiten vermutlich vorsichtig ausprobieren oder ganz meiden.

Deshalb ist KI-Einführung auch eine Führungsaufgabe. Mitarbeitende brauchen neben Wissen eine ehrliche Vorstellung davon, was sich verändern soll und welche Rolle sie dabei spielen.

Ein Beispiel aus dem Hotelalltag

Angenommen, ein Hotel führt einen KI-Assistenten für Gästeanfragen ein. Er soll Antworten auf Fragen zu Anreise, Frühstück und Parkplätzen vorbereiten.

Die Leitung sieht weniger Schreibarbeit. Eine Mitarbeiterin an der Rezeption fragt sich hingegen, ob künftig weniger Personal gebraucht wird.

Ein gemeinsamer Test kann zeigen, wo der Assistent hilft und wo Menschen gebraucht werden: bei Beschwerden, Sonderwünschen oder Antworten, die geprüft werden müssen. Voraussetzung ist, dass ihre Bedenken im Gespräch Platz haben.

Entlastung braucht klare Spielregeln

KI kann Routinearbeit erleichtern und Raum für persönlichen Service schaffen. Sie kann aber auch Aufgaben verändern, zusätzlichen Kontrolldruck erzeugen oder fehlerhafte Antworten liefern.

„Es bleibt garantiert alles beim Alten“ ist deshalb keine gute Zusage, wenn Sie das nicht sicher wissen. Vertrauen entsteht durch Klarheit, Beteiligung und einen offenen Umgang mit Unsicherheit.

Vier Schritte für Führungskräfte

  1. Zuhören: Fragen Sie vor der Einführung, welche Hoffnungen und Sorgen Ihr Team hat.

  2. Ziele erklären: Benennen Sie, welche Aufgaben KI unterstützen soll und wofür die gewonnene Zeit vorgesehen ist.

  3. Gemeinsam testen: Wählen Sie eine überschaubare Aufgabe. Geben Sie Zeit zum Lernen und legen Sie fest, wer Ergebnisse prüft.

  4. Erfahrungen besprechen: Prüfen Sie neben der Zeitersparnis auch Qualität, Arbeitsbelastung und die Rückmeldungen des Teams.

KI-Kompetenz ist wichtig. Doch erst wenn Menschen Fragen und Zweifel äußern dürfen, entsteht die Grundlage für gemeinsames Lernen. Erst der Mensch, dann die Technik.

Was braucht Ihr Team, damit es KI mit Vertrauen ausprobieren kann?


Wenn Sie herausfinden möchten, wo KI Ihr Unternehmen sinnvoll unterstützen kann, vereinbaren Sie ein unverbindliches Gespräch mit mir.

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